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Was ist Intensivcoaching?

 

Wer braucht Unterstützung?

 

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Den meisten Betroffenen gelingt es ohne fremde Hilfe oder durch Vermittlung der Bundesagentur für Arbeit, binnen weniger Monate eine neue Stelle zu finden. Was aber, wenn am Arbeitsmarkt  "mein" Beruf nicht mehr so gefragt ist wie früher, meine beruflichen Kenntnisse nicht mehr auf dem neusten Stand sind, ich wegen meines Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen einfach nicht mehr mit Jüngeren konkurrieren kann? Es häufen sich die Absagen. Man fühlt sich nicht mehr gebraucht, weiß gar nicht so genau warum. Kurz, man weiß nicht was man noch unternehmen soll, um in Arbeit zu kommen. Man braucht jemanden, der einen bei der Stellensuche unterstützt.

 

Der Begriff "Coach" ist aus der Sportwelt entlehnt. Hier haben selbst Nationalspieler oder Olympiateilnehmer einen "Coach". Um im Sport Erfolg zu haben, bedarf es einer Person, die sich in der Sportart auskennt, die Strategien festlegt, die den Sportler dabei unterstützt Erfolg zu haben. Dieses Prinzip kann auf Situation der Arbeitssuche übertragen werden. Beim Intensivcoaching steht Ihnen über mehrere Wochen ein erfahrener Spezialist zur Seite. Im Laufe des Intensivcoachings nehmen Sie an einem Praktikum teil (quasi an einem Trainingsspiel, um in der Sprache des Sports zu bleiben). Am Ende steht eine erfolgreiche Vermittlung auf eine Stelle oder aber Sie und wir (als Grundsicherungsstelle für Arbeitssuchende) wissen woran es noch hapert (fachsprachlich welche "Vermittlungshemmnisse" vorliegen) und welche weiteren Maßnahmen (z.B. Förderung der berufliche Weiterbildung) zu ergreifen sind.

 

 

Was verhindert den Erfolg?

 

Eine lang andauernde Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt kann dazu führen, dass Betroffene den Glauben an ihre eigenen Fähigkeiten verlieren. Es tritt eine pessimistische Grundstimmung ein, die sich auf die Bewerbungsmotivation überträgt. Längere Phasen von Arbeitslosigkeit werden in Bewerbungen zu einem Manko. Langzeitarbeitslosigkeit wird zu einem zusätzlichen Vermittlungshemmnis. Gerade ältere Langzeitarbeitslose sind im Wettbewerb um attraktive Arbeitsplätze benachteiligt. Weitere Vermittlungshemmnisse können beruflicher oder persönlicher Natur sein.

 

Berufliche Vermittlungshemmnisse:

-          Entfremdung vom Beruf durch lang andauernde Arbeitslosigkeit

-          Fehlender Schulabschluss

-          Fehlende berufliche Qualifikationen, z. B. im Bereich der EDV

-          Fehlende Sprachkenntnisse

 

Persönliche Vermittlungshemmnisse:

-          Mangel an Mobilität, z.B. kein Führerschein

-          Mangel an Flexibilität, z.B. wegen häuslicher Pflege oder Betreuung eines Angehörigen

-          Gesundheitliche Einschränkungen (sowohl körperlich als auch psychisch)

-          Überschuldung

 

Wo liegen eigentlich meine Stärken?

 

Ein dem Intensivcoaching für über 50 jährige Langzeitarbeitslose zugrunde liegendes Konzept ist das Empowerment. Unter diesem Begriff werden Strategien und Maßnahmen zusammengefasst, die den Teilnehmer darin unterstützen, die Kompetenz wiederzuerlangen, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu handeln und vorhandene persönliche Gestaltungsspielräume sowie Fähigkeiten zu aktivieren und in der Folge im Beruf einzubringen. Empowerment zeichnet sich außerdem darin aus, dass der Fokus der Arbeit nicht auf den Defiziten des Teilnehmers, sondern vielmehr auf den, im Laufe der Zeit in den Hintergrund getretenen, Stärken liegt.

 

Wie wird Intensivcoaching durchgeführt?

 

Das Intensivcoaching stellt den ersten Teil der zwölf Wochen dauernden zweigliedrigen Maßnahme dar. In dieser Phase besteht ein großer Spielraum in Einzel- und Gruppencoachings auf die Vermittlungshemmnisse und spezifischen Bedürfnisse jedes einzelnen einzugehen. Während des Intensivcoachings können die individuellen aktuellen Fragestellungen geklärt, innere Konflikte gelöst sowie neue authentische und realistische Perspektiven erkannt werden. Klare Zielsetzungen tragen dazu bei, die eigene Persönlichkeit zu stärken und den Arbeitsalltag zu organisieren. Darüber hinaus wird in diesem Modul die Fähigkeit geschult, den Arbeitsmarkt mittels verschiedenster Medien zu beobachten und Stellenangebote mit den eigenen Qualifikationen abzugleichen.

 

Die Theorie bildet den Grundstein einer erfolgreichen Vermittlung in Arbeit, reicht allein aber nicht aus. Der zweite Schritt ist eine vier bis sechswöchige betriebliche Arbeitserprobung. Hier können die Teilnehmer sich an den beruflichen Alltag gewöhnen und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen und verfeinern. Bei der Auswahl der Praktikumsgeber wird verstärkt darauf geachtet, dass nach erfolgreichem Abschluss des Vollzeitpraktikums die Möglichkeit besteht, in ein Arbeitsverhältnis zu wechseln. Sollte kein Beschäftigungsverhältnis zustande kommen, wird das Zentrum für Arbeit natürlich weiterhin die Vermittlung in Arbeit mit gezielten Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen. Auch in dieser Phase bleibt stets ein enger Kontakt zwischen den Teilnehmern, Coach und Fallmanagerin oder Fallmanager bestehen.

 

Die Dauer der Maßnahme fordert und stärkt zugleich die Verantwortlichkeit der arbeitslosen Erwachsenen. Der zeitliche Rahmen der einzelnen Phasen kann auf die individuellen Bedürfnissen des jeweiligen Teilnehmers abgestimmt werden. Geschultes Personal beurteilt, auf welcher Stufe mit der Arbeit begonnen werden muss und kann auch die Entwicklung während der Maßnahme einordnen und bei Bedarf neu gestalten.

 

Was kann der Coach leisten?

 

Eine tiefe Verwurzelung im regionalen Arbeitsmarkt ist den das Intensivcoaching durchführenden Bildungsträgern eigen. Die Coachs sind für die Teilnehmer der erste Ansprechpartner vor Ort. Sie leisten sozialpädagogische Krisenintervention oder geben Alltagshilfen. Dementsprechend werden nur fachlich qualifizierte und in der Berufs- und Ausbildungsvorbereitung erfahrene Mitarbeiter für dieses komplexe sozialpädagogisch unterstützte Qualifizierungsvorhaben eingesetzt. Durch die kontinuierliche Bildungsbegleitung kann ein dauerhafter Eingliederungserfolg gesichert werden.

 

Sowohl die Auswahl des für den Langzeitarbeitslosen idealen Unternehmens als auch die am Bedarf des Betriebes orientierte Qualifizierung während des Praktikums minimieren das Risiko eines Beschäftigungsabbruchs. Auch nach dem Übergang in ein Arbeitsverhältnis halten die Coachs als Anlauf- und Beratungsstelle stetigen Kontakt zu den Teilnehmern und den beteiligten Firmen, so dass bei Anlaufschwierigkeiten sofort reagiert werden kann, die zu einer Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses führen könnten. Außerdem wird für noch nicht vermittelte Teilnehmer der Arbeitsmarkt weiterhin sondiert und Bewerbungsvorhaben können so angestoßen werden.

 

Der Erfolg bereits vergangener Intensivcoachings bestätigt und bestärkt den Landkreis Emsland darin, dieses Qualifizierungsmodell weiter zu verfolgen.

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